Maren Kroyman: Sichtbar sein kostet - damals wie heute

Shownotes

1993 outete sich Maren Kroymann auf dem Cover des Stern als lesbisch – als eine der ersten deutschen Schauspielerinnen überhaupt. Hendrik Menken spricht mit der Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin: Nach dem öffentlichen Coming-out blieben die Rollenangebote aus. Jahrzehnte später bedanken sich Frauen bei ihr, die sich durch ihre Geschichte selbst getraut haben. Eine Folge darüber, warum Sichtbarkeit in Deutschland noch immer so viel kostet.

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00:00:00: Ich war komischerweise mit diesem Gedanken, dass ich jetzt Frauen lebe.

00:00:08: Dass ich in eine Frau verliebt bin und zu der ich auch stehen will natürlich.

00:00:14: Dieser Gedanke hat mich gar nicht erschreckt weil ich mich so wohl gefühlt habe damit.

00:00:19: Mein Name ist Hendrik Menken und ich begrüße euch beim OL Coming Out Podcast.

00:00:23: Der Plattform für Queere-und Nichtqueeremenschen die mitreden wollen wenn es um die Themen Coming out Queeresleben, das Miteinander und das Welcoming Out geht.

00:00:34: Welcoming out ist eine Wortschöpfung aus Welcome & Coming-Out.

00:00:40: Welcom and Out ist eine gemeinnützige Initiative die das klassische Coming-out nämlich umdreht.

00:00:45: nicht queere Menschen müssen den ersten oft ja auch angstbesetzten Schritt machen sondern ihr Umfeldmenschen wie du und ich und auch meine heutigen Podcast-Gestchen zu der wir gleich kommen, zeigen sich mit dem Symbol proaktiv verbündet und laden zum angstfreien Coming Out ein.

00:01:03: Wer Coming out ist also Symbol und Initiative zugleich?

00:01:06: Und darüber!

00:01:09: aus ihrer Biografie möchten wir mitnehmen und ich begrüße... Ich kann jetzt gar kein Trommelwirbel machen.

00:01:14: Also, ich bin schon seit glaube ich Mitte der achtziger Jahre Fan als ich sie bei Oh Gott Herr Farra gesehen habe!

00:01:20: Ich begrüßt Schauspielerin, Kavaritistin und Sängerin Maren Kräumann.

00:01:24: Guten Tag Frau Kräuman.

00:01:26: Guten

00:01:26: Tag Herr Menken, doller Einführung.

00:01:28: Finde

00:01:28: ich auch nicht so schlecht.

00:01:29: Dann können Sie ja auch nicht mehr der Jüngste sein wenn Sie mich seit Mitte der Achziger Jahre kennen?

00:01:32: Es spinn' Achtundvierzig jetzt.

00:01:34: Ach Mensch,

00:01:35: sieht man ihm nicht anders?

00:01:36: nur nebenbei gehört nicht hierher Ich wollte es doch sagen.

00:01:40: Ich kann das Kompliment mal weitergeben, ich stelle sie trotzdem mal ganz kurz vor Frau Kronmann weil ich glaube eigentlich kennt ganz Deutschland Sie jetzt gerade in den letzten Jahren auf jeden Fall durch ihre tolle ARD-Sketch Comedy Kräumann die mehrfach mit dem Grimmepreis glaubt drei Stück

00:01:58: Drei Stück und einer fürs Lebenswerk.

00:02:00: Eben, dann haben sie noch das Bundesverdienstkreuz bekommen.

00:02:04: Und so viele Preise liebe Hörerinnen und Hörern und alle die es jetzt irgendwie mitbekommen.

00:02:09: wenn ich dir jetzt alle auflisten würde Ich habe natürlich eine top Vorrecherche gemacht vor Kräumen denn wäre dieser Podcast damit voll?

00:02:16: Sie haben auch ein Bühnenprogramm in My Sixties da singen sie ihre Songs beeinflusst haben, glaube ich in ihrer Pubertät und es geht auch da um Frauenthemen.

00:02:26: Genau,

00:02:27: fünfzig Jahre Pubertäd feiert im Grunde!

00:02:31: Und ich freue mich ganz besonders.

00:02:33: nicht nur dass Sie hier sind weil sie so eine großartige Schauspielerin sind was schon das Grimme-Institut ja mehrfach gesagt habe sondern ich ja schon als ich jung war und oh Gott Herr Farra gesehen habe Da hab' ich sie das erste mal so wahrgenommen da war mir ne sexuelle Orientierung ... richtig wurscht, sondern ich habe sie... ... das ist einfach toll und unglaublich unterhaltsam und amüsant.

00:02:53: Und dann, in meinen Archiven-Gramen durfte ich Sie schon mal ... ... im Jahr zwei Tausend Sieben Interviews.

00:02:57: Da waren Sie nämlich Schirmherrin der Lesbischwun Filmtage in Hamburg ... ... und haben die auch genau mit einer tollen Rede eröffnet.

00:03:04: Das stimmt!

00:03:04: Da war Angelina Makarone glaube ich, ... ... ihr wurde die Veranstaltung gewidmet oder so?

00:03:11: Genau und wer sich jetzt auch mit den Archiven graben möchte Frau Krömmmann, wir hören mal da ganz kurz rein.

00:03:18: Sie setzen sich sehr politisch ein.

00:03:19: Das war so die Irrer Rede zu erleben.

00:03:23: Was ist für sie der beste Weg?

00:03:24: Ist es Kabarett oder Gesang?

00:03:27: Ist das vielleicht ein Film wie verfolgt, also ein ernstes Thema?

00:03:30: was ist ihr Weg?

00:03:32: Es ist eigentlich alles.

00:03:33: Also das Ding ist ja dass ich mehrere Sachen mache und eigentlich bleibt eine Konstante, dass ich mich einsetze für Frauen oder dass das Thema Frauen mich interessiert lesbisch bin.

00:03:47: Das ist ja noch nicht so lange, sind jetzt irgendwie... naja jut, vierzehn Jahre was?

00:03:53: Ich weiß gar nicht.

00:03:53: Jedenfalls setz ich mich auch dafür ein und das interessiert mir.

00:03:57: Es sind einfach Themen die mich interessieren und ich werde mich um diese Themen, diese beiden Themen vor allem kümmern.

00:04:03: in allen was ich mache wenn ich einen Gesangsprogramm mache geht es mir um Frauenbild so was viel verfolgt spielen kann, dann entwickle ich auch die... also auf der Basis von dem tollen Drehbuch natürlich und mit Angelina zusammen.

00:04:17: Die Vision von der Frau, die versucht selbst bestimmt zu

00:04:20: leben.".

00:04:20: Ja das war ... Das war total damals noch... Also heute bin ich ja auch aufgeregt dass Frau Kräumann hier sitzt.

00:04:27: Frau Krümann Sie haben im Vorgespräch gesagt, heute am Tag wollen sie mal so richtig ausschlafen uns schön Frühstücken!

00:04:34: Was gab's?

00:04:35: Also ich habe alles genommen, was es da gab mit diesem sehr schönen Hotel.

00:04:39: Man konnte Eierspeisen, da kann man immer.

00:04:41: Aber ich habe heute mal ein weichgekochtes Ei total revolutionär genommen und keinen Spiegel-Eiern zu.

00:04:47: Und ihr hattet so... Obwohl es hier Norddeutschland ist, ihr hättet einen Laugenbrötchen.

00:04:51: Ich bin ja sehr laugenaffin weil ich in Tübingen aufgewachsen bin.

00:04:55: Das lieb ich, das hab' ich schonmal genommen und dann gab's verschiedene Brotsorten.

00:04:58: Ich muss schlucken wenn ich davon erzähle!

00:05:00: Ich bin Ja so verfressen.

00:05:02: Und das kann natürlich alles ausleben.

00:05:04: bei Befeder gehe ich einfach fünfzehn Mal hin und hole nicht.

00:05:08: Dann noch das Müsli, den Obstsalat und so.

00:05:11: Mit Tübingen.

00:05:12: da gibt es auch eine Verbindung zur Initiative We're Coming Out.

00:05:16: die Mitbegründerin von We're Comeing Out Vanessa Lamm Die ist auch wie sie in Tübingen groß geworden.

00:05:21: Frage so am Rande was ist eigentlich das Schöne an Tüvingen?

00:05:24: Tüminge ist wunderbar finde ich für ein Kind dass aufwächst weil man alle Anregungen der Welt hat Durch die Uni, durch die aufgeklärten Geister dort, die dort Professoren sind oder auch die Studenten, die auch aufgeklärt sind überwiegend.

00:05:40: Und da wird dieses etwas enge, oft zum Pietismus leigende der schwäbischen Kleinstadt, wird angenehmst konterkariert durch diese Weltoffenheit.

00:05:50: Dann gibt es ganz viel Kultur.

00:05:52: Wir hatten immer Filmfestspiele im Sommer wo man alle tollen Klassiker sehen konnte.

00:05:58: Es gab tolle Konzerte.

00:06:00: Stuttgart ist auch nicht weit.

00:06:01: Ich war ja im Stuttgarter Ballett, hab da Ballettunterricht gehabt und so.

00:06:04: Also... Ein Zentrum der Kultur und das aufgeklärten Denkens- und der Diskourse, kann man sagen.

00:06:13: Und gleichzeitig ist es so wahnsinnig behütet!

00:06:15: Ich bin ja immer noch häufig in Tübingen, weil ich da Familie habe... ...und dann denke ich, dass es auch ein bisschen mit dem grünen Bürgermeister und wirklich Radwege ist und die haben schon so viel geschafft.

00:06:26: Es ist ein bisschen wie Bullerbüfe Erwachsene.

00:06:30: Das ist toll aber spiegelt natürlich nicht das ganze Leben.

00:06:33: Und ich musste dann irgendwann jedenfalls deutlich weg.

00:06:36: von Tübingen, weil das einfach zu behütet war und weil ich dazu neigte.

00:06:40: Zu denken die ganze Welt ist so wie Tügingen was mit Nichten der Fall ist.

00:06:45: Sie haben Lehramt studiert dann auch in Tübbing Und da will ich jetzt aber einen Spunkt machen Weil wer sich über Marenkräumern informieren kann Der kann das googeln.

00:06:54: Also sie haben so viele Facts findet man im Internet und deswegen will ich es nochmal ein bisschen anders kennenlernen.

00:07:00: und ihr die das hört vielleicht auch und habe ich natürlich total lustige Oder auch platte oder tiefgängige.

00:07:07: gucken wir mal entweder oder fragen vorbereitet zum kennenlernen.

00:07:09: Frau Kornmann, are you ready?

00:07:11: Ich bin ready!

00:07:18: Nächste Schauspielrolle Friedrich Merz oder Rosa Luxemburg?

00:07:24: Rosa Luxenburg gibt's zwar schon als Film aber das würde ich schon... Ja ... mit dem Bürzel vorn und so, das ist ein bisschen zu billig.

00:07:32: Also ich würde dann Rosa Luxemburg noch... ja, ich rede zu viel, ich soll hier nur eins

00:07:38: sagen!

00:07:39: Ich halte ihn gerne zu und ich glaube alle die das hören auch insofern auf die CSD-Demo gehen oder für sowas extra neuen Instagram-Kanal gründen?

00:07:50: Ja, noch mal einen neuen Instagram.

00:07:51: Also mir reicht jetzt... Das wird zu viel!

00:07:56: Mal wieder auf die CSD-Demo da war ich nämlich länger nicht.

00:07:59: Tatsächlich nicht?

00:08:00: Ja weil das irgendwann wird es auch too much.

00:08:02: also ich habe das ja jahrelang gemacht und das ist so wie in den siebzigern der erste Mai Demo hat man irgendwann Zeit.

00:08:08: Auf dass to much kommen wir nachher noch zu sprechen.

00:08:11: Berlin oder Tübingen?

00:08:12: Ach natürlich Berlin ist... Da bin ich Zuhause aber Heimat is Tüging.

00:08:20: Also eine fast sowohl als auch

00:08:22: Antwort.

00:08:23: Strand oder Berge?

00:08:25: Krassiker Frage!

00:08:25: Auch

00:08:26: natürlich beides, also ich liebe die Alpen, ich habe das Wandern entdeckt mit ungefähr Mitte dreißig so richtig professionelles Wander und liebe.

00:08:38: es ist ja sehr meditativ finde's toll.

00:08:41: aber auch jetzt zum Beispiel länger nicht mehr geschaffen richtige wandertürse mit Drucksack und Zelt und so hab' ich schon lange nicht mehr gemacht.

00:08:47: Wo

00:08:48: gehen Sie gerne wandern?

00:08:49: Naja, zum Beispiel Engadin.

00:08:51: Natürlich!

00:08:53: Am liebsten natürlich durch Fötung ausgewiesene Wanderlandschaften wie das Engadin.

00:08:57: wenn Nietzsche war ja auch dann in Silz Maria und so... Das hat man als Bildungsbürgerin am Liebsten.

00:09:03: Man könnte auch mal in Unterschlossene, kulturell vom Fötung unerschlossener Wandergegningen gehen.

00:09:08: Das mache ich schon auch.

00:09:09: Wir

00:09:09: suchen uns gleich meine Karte drauf und dann machen wir so Zufallsprinzipien?

00:09:12: Die

00:09:13: kottischen Alpen liegen irgendwo im Grenzgebiet von Italien und Frankreich.

00:09:18: Das ist auch ganz schön!

00:09:19: Da bin ich auch vor drei Jahren mal gemeint.

00:09:21: So das ist in Wirklichkeit auch sehr schön.

00:09:22: also Ich bin in Wirkigkeit auch all Südtirol natürlich alle Gegenden von Südtirul aber auch Österreich.

00:09:29: Ach, es ist ja alles herrlich.

00:09:32: Krasser Bruch jetzt thematisch!

00:09:33: Frau Kräumanns tut mir leid, wer ist die bessere Feministin?

00:09:37: Alice Schwarzer oder Shirin David?

00:09:40: Oh Gott... Also natürlich ist Alice ausgewiesen und die ersten dreißig Jahre ihres Schaffens war ich totaler Fan und finde sie nach wie vor bedeutend und wahnsinnig wichtig für uns alle.

00:09:54: in den letzten, sagen wir mal zwanzig Jahren anders abgebogen oder ich bin anders abgewogen hier noch, denn dann folge ich hier nicht mehr so wirklich.

00:10:03: Also in einigen Dingen sowie mit der Transfeindlichkeit und so kann ich gar nichts anfangen.

00:10:08: aber natürlich hat es ja eine unglaubliche Bedeutung.

00:10:10: Und Sharon David da muss man sich einfach.

00:10:14: wir als alte Feministin müssen uns ein bisschen umstellen Denken und zur Kenntnis nehmen, dass jemand die so aussieht.

00:10:21: Man unterschätzt.

00:10:22: also wir sind ja auch... Wir alten Feministen sind irgendwie abhängig von dem was wir als optischen Eindruck von der Frau wahrnehmen Und das täuscht eben.

00:10:31: Die ist eben auch selbstbewusst und hat die Situation mit Gottschalk.

00:10:35: dabei werden das super gemeistert und sie darf man nicht unterschätzen.

00:10:38: Ich suche ja immer das Bündnispartner Hafter Das bündnispartnerinnenhafte und da finde ich ... Berührungsmutter, sprich mal sie David oder da wird dich das

00:10:48: gar nicht?

00:10:48: Ja, ich habe auch gerade überlegt.

00:10:49: Sie haben ja das richtig Professor Dave, ich weiß das gar nichts.

00:10:52: Ich weiß gar nicht wie sie sich selber, es geht ja danach wie sie mich selber.

00:10:55: Wenn

00:10:55: ihr den Podcast irgendwo hört wo man was kommentieren kann, rein damit!

00:10:58: Wie kommentiert das?

00:10:59: Luxus-Hotel oder Zelten am Meer?

00:11:04: Jetzt auf meine alten Tage doch Luxus Hotshotel.

00:11:06: Doch das Luxus... Ein Dinner ein Abendessen mit Heller von Sinnen oder Robert Azzorn?

00:11:15: Ach Beide gerne, mit Heller habe ich glaube ich noch nie.

00:11:21: Wir sind uns oft begegnet aber wir haben nie glaube ich einen Abendessen zusammen.

00:11:27: Aber mit Robert Azzon schon?

00:11:28: Mit Robert Aazzon habe ich oft.

00:11:30: nach dem Drehtag bin ich ins vegetarische lokalen Stuttgart gegangen.

00:11:34: das war dann also das war kein großer Event es war einfach die Nahrungsaufnahme nach einem Drehtag aber das war immer sehr nett und der war damals auch schon vegetarisch drauf.

00:11:43: wie hießen das Eden oder so und das war ein Befür.

00:11:46: Und ich fand es wunderbar, da gab's eben Salat.

00:11:49: Ich komme schon wieder bei Essen und komme mich sofort wieder ins

00:11:52: Sauerland wo ich herkomme, sag mal man kommt von Hölzgen auf Stöckchen.

00:11:55: Ja

00:11:56: genau, genau.

00:11:56: Kenne ich Text- oder Sprachnachricht?

00:12:03: Ihr Sprachnachrichten gehen wir manchmal auf den Wecker, weil die Leute so haltlos labern und das ist dann so viel.

00:12:08: Da ist es knappe mir lieber.

00:12:10: aber manchmal fehlt die Zeit um diese Tasten zu drücken.

00:12:12: oder mache ich auch eine kurze, eigentlich versuche mich kurz zu halten also sowohl als auch.

00:12:16: aber eigentlich finde ich menschenfreundlicher die Textnachricht weil dass das gegenüber stärker würdigt in seiner Zeitbegrenzung.

00:12:24: Letzte Frage Buchlesen?

00:12:27: Oder Netflix Glotzen?

00:12:28: Buch lesen immer noch.

00:12:32: Felix Glotz ist so ein Bräucher.

00:12:34: Ist auch nicht schlecht, aber mach ich dann eher... Da muss ich mich ja da bisschen überwinden und buchele bin schon der... Ich bin schon die Buchperson mit den Seiten- und mit dem Geruch nach Papier und so.

00:12:46: Ich lese ja auch noch analog Zeitungen wenn ich in einer Bahn fahre im Mitterdeutschen Bahn bin.

00:12:53: Ich hoffe, wenn wir im Großraum abteilen, wenn ich da bin, Raum greifen mit der südländischen Zeit, wo er dann blättert und seine Entschuldigung beim Nachbarn.

00:13:05: Macht keiner, weil die haben alle ihre iPads.

00:13:07: Sie

00:13:07: könnten mal so einen Lehrgang machen wie man diese Mega-Zeitung überhaupt Hand habe!

00:13:12: Und damit noch einmal herzlich willkommen Maren Kräumann hier im Welcome Out Podcast.

00:13:18: Hier geht es ja um das Thema Coming out, um das thema Wie das Umfeld reagiert?

00:13:26: auf ihre Biografie schaut, ist natürlich so ein Datum, finde ich ganz, ganz zentralen.

00:13:31: Da haben sie sich nämlich selber geoutet und sie sagen selber das war... Sie sind lesbisch auf dem zweiten Bildungsweg?

00:13:41: Wie meinen Sie das?

00:13:42: Naja,

00:13:42: ich war ja Ende dreißig als ich mich der erste Mal eine Frau verlebt habe.

00:13:46: Die ersten zwanzig Jahre meiner sexuellen Aktivität war ich mit Männern zusammen ... war die letzte Beziehung vorbei, da war eine kleine Pause und dann irgendwie ich hatte ganz viel natürlich als Feministin ganz viel Kontakt zu Frauen.

00:14:00: Ich habe zum Beispiel wenn ich wählen konnte gehe ich jetzt zu einer Ärztin oder zu einem Arten.

00:14:04: Da bin ich immer zur Frau gegangen und eigentlich hat man selber als Witz so gesagt das Einzige was noch fehlt wäre, dass sich Sex mit Frauen haben.

00:14:13: Und das passierte irgendwann und ich hatte das Gefühl es wieder vor mir.

00:14:17: Ich hab's gar nicht unbedingt gesucht aber es war so organisch Und da war ich dann ja in der Dreißig und das war dann also verschiedene Stadien, bis sich dann so richtig die erste Beziehung hatte.

00:14:31: Da wurde mir klar, dass ist doch wahrscheinlich jetzt meine Sexualität.

00:14:37: Wenn es so ist, dann möchte ich das auch öffentlich machen wie meine tapferen schwulen Freunde, das auch von sich öffentlich gemacht

00:14:44: haben.".

00:14:44: Das habe ich mich gefragt.

00:14:45: Warum war Ihnen das wichtig, das öffentlich zu machen?

00:14:48: Es gibt ja einmal ... Coming out bei Freunden in der Familie.

00:14:53: Aber sie sind dann, haben das mit einer Titel-Story glaube ich beim Stern damals gemacht und... ...haben das dadurch natürlich auch sehr öffentlich gemacht.

00:15:01: warum?

00:15:02: Naja weil die Chance hatte dass sich Leute für mich interessieren!

00:15:06: Ich hatte ja eigentlich nur zwei Hauptrollen im Fernsehen gespielt... ...und dadurch war auf einmal, das fand ich auch ganz eigentlich ungerecht.

00:15:14: Das gab ja auch ganz viel... Schauspielern, die viel größere Rollen am Theater gespielt haben oder so.

00:15:20: und ich jetzt weil ich zwei Serien-Hauptrollen hatte von Serien, die relativ erfolgreich waren.

00:15:24: Interessieren sie sich jetzt für mich?

00:15:26: Ich hatte ja eine gewisse Verachtung fürs Fernsehen eigentlich auch aber ich war dann mit meinem eigenen, ich will nicht sagen Rom, aber mit der Tatsache konfrontiert das die sich für mich interessieren.

00:15:34: oder dachte ich Dann kann ich damit auch was Sinnvolles machen!

00:15:38: Und dann kann ich das nutzen um etwas Heute würde man sagen Community.

00:15:43: Ich hätte damals gesagt für die Lesben, für den jüngeren Lesben aber auch für die älteren Lesben für alle Homosexuellen, alle die anders leben als wir das so beigebracht gekriegt haben.

00:15:55: kann ich etwas tun weil ich in dieser Position bin dass sich Leute für mich interessieren.

00:15:59: Das ist ja eine gewisse Privileg oder auch eine Machtposition und da bin ich die alte Linke gewesen auch langer Marsch durch die Institution.

00:16:07: jetzt habe ... diese Situation, wo ich was machen kann.

00:16:11: Jetzt mache ich das auch!

00:16:13: Und ich hatte eben die schwulen Freunde, die ich begleitet hatte... Ich wohnte mit zwei schwulen Männern zusammen in einer Wohngemeinschaft und da hat er schon lange immer Schwule-Freunde... Wo ich das miterlebt hatte deren Coming Out und ich fand sie so wahnsinnig mutig und fand die so entschlossen und die haben so... haben so alles riskiert.

00:16:34: Ich hatte Freunde, der eine war Moderator beim SFB, Senderfall ist Berlin damals und die waren noch zwei andere und wurden zu dritt entlassen an einer bestimmten Situation und die Begründung war dass sie zu schwul klingen.

00:16:49: So unter einer davon war Matthias Frings und er hat dann HaHa, der hat eine Produktionsfirma gegründet und hat die wunderbare seriöse Sexualitätssendungen Liebe Sünde ... gemacht.

00:17:02: Und das war ja, mehr Culpa hieß glaube ich, die Produktion ist egal.

00:17:08: Jedenfalls es war eine ganz konsolide Sendung, der ist eigentlich weil er gekündigt wurde.

00:17:12: Da stand da vor dem Nichts, sie dachten alle was machen wir jetzt?

00:17:14: Wir haben unsere Jobs verloren und es war Berufsverbot wenn man so will.

00:17:17: Zu ihrem Job komme ich gleich noch etwas.

00:17:19: mich interessiert, was vielleicht viele Hörerinnen jetzt auch interessiert... Die vielleicht vermuten dass sie queer sind, das noch nicht so klar.

00:17:28: mich interessieren.

00:17:29: Der Punkt, Sie haben das eben gesagt.

00:17:32: Ihnen fehlte noch nur noch das Fönkchen wie sich vielleicht Sex hat mit einer Frau und dann ist es passiert?

00:17:36: Und dann haben sie für sich entdeckt dass bin ich wohl.

00:17:39: können sie diesen... Können sie sich noch an diesem Moment erinnern oder an diese Phase wo ihnen klar war ah!

00:17:46: Ich bin lesbisch?

00:17:51: Ja, ich hätte wahrscheinlich gar nicht so direkt gesagt ich bin lesbig weil ich war jetzt zwanzig Jahren mit Männer zusammen.

00:17:57: also mal hätte auch sagen können Ich bin zu beidem fähig, zu Männern und Frauen.

00:18:02: Und jetzt sind die Frauen dran.

00:18:08: Der Schwerpunkt hat sich bei mir verschoben.

00:18:11: Ich war mit diesem Gedanken, dass ich Frauen liebe, in eine Frau verliebt bin und zu der ich auch stehen will natürlich... Der Gedanke hat mich gar nicht erschreckt, weil ich mich so wohlgefühlt habe damit in der Sächsfahrt toll.

00:18:26: Und auch die Definition fand ich eigentlich super.

00:18:29: Ich

00:18:30: hab's gerade extra provokant gesagt mit dem Wort Lesbischweig.

00:18:34: Also damals gab es ja noch nicht queer oder auch non-binär, oder so hat man nicht gesagt.

00:18:39: Ich wollte eigentlich nur nicht verschweigen dass ich jetzt eine Frau liebe.

00:18:42: das was ich wollte nicht lügen wie ich das mitgekriegt habe bei vielen die auch Eierten oder bei Presseleuten.

00:18:50: Das fing an, dass sich Interviews geben musste und die schrieben dann so bei manchen schreiben sie Ja der richtige ist noch nicht gekommen.

00:18:56: oder ein verlogenes Dreckszeug.

00:18:58: Und da dachte ich das mache ich nicht mit

00:19:01: Dass es ihnen passiert, bevor sie sich selber geout ... Ercoming out hatten?

00:19:06: Da

00:19:06: gab's solche ... Ich hab natürlich beobachtet was mit ... Was mit ... Wie Homosexuelle behandelt wurden.

00:19:14: Also mir wurde auch zum Beispiel... ich wohnte damals mit einer Freundin die ... wie sexuell war, wohnte ich zusammen und ein anderer Kollege von dem ich später dann mitkriegte das ist cool ist aber er nicht sagte Wusste das und dachte sofort, weil wir zusammenwohnen haben.

00:19:30: Wir ein Verhältnis in der machte so anzügliche Bemerkung und sagte ah ihr wohnt zusammen wohngemämmt.

00:19:37: so das fand ich so ekelhaft dass Das stimmte ja gar nicht.

00:19:42: aber ich dachte wenn ich es wäre dann würde ich sofort sagen dass es ist.

00:19:46: dann können nicht diese blöden appressorischen ... hämmischen Bemerkungen kommen und oft von Schwulen selber, die sich selbst nicht geoutert haben.

00:19:55: Es ist sehr viel Selbsthass dabei auch gewesen immer.

00:19:58: Sie sind dann gleich nach draußen, da haben sie gerade gesagt, Sie haben das so als Verantwortung gespürt.

00:20:03: Hatten Sie aber auch Ängste, dass zu tun?

00:20:06: Naja ich wusste es kann schwer karriere schädigend sein.

00:20:09: Das hatte ich.

00:20:11: Das war mir klar und das habe ich irgendwie abgewogen.

00:20:15: Ich war ja in der Situation, dass sie spät zum Acht... Auch über den zweiten Bildungsweg, spät zum Fernsehen gekommen.

00:20:22: Ich hatte mich noch nicht an Erfolgprivileg und Berühmtheit gewöhnt.

00:20:26: Für mich war das ein bisschen skeptisch, weil ich das Medium ja gar nicht geschätzt habe.

00:20:34: Und ich hab auch als Kind oder Jugendliche nicht Fernsehen geguckt, weil wir gar keinen Fernseher hatten.

00:20:38: Ich hab das Fernsehen eigentlich ein bisschen verachtet, kam aber durch eine tolle Rolle bei Eurotap Fahra die wie geschaffen war für mich, kam ich in dieses ... ... im Medium rein und dachte dann, ja ist vielleicht doch nicht so schlecht.

00:20:50: Und... Dann habe ich irgendwie mal eine ... ... See von Helmut Dietl gesehen und dachte mann das ja richtig witzig was man da machen kann großeartig so.

00:20:58: aber im Prinzip hatte ich ein distanziertes Verhältnis zu dem Medium und das hat mich... Das hat mir ermöglicht zu sagen Ja wenn es jetzt... Es ist jetzt schnell auf einmal gekommen und wenn's jetzt schnell wieder geht das halte ich auch aus.

00:21:11: Das ist natürlich die berufliche Ebene von Maren Kräumann.

00:21:14: hatten sie auch Privatängste sich selber zu outen, bei Freunden.

00:21:20: Bei der Familie gab es da auch eine Angst?

00:21:23: Natürlich gab es eine Angst!

00:21:28: Meine Mutter war schon ziemlich alt, mein Vater war gestorben.

00:21:31: also ich war nicht in der Situation von einem Jugendlichen oder einer Jugendlichen die wirklich die großen Konflikte mit den Eltern daraus hat.

00:21:39: dazu war ich zu alt.

00:21:40: meine mutter war Sie waren noch nicht wirklich Dement, aber sie hatten nicht mehr so alles mitgekriegt.

00:21:48: So und ich weiß doch wie ich erzählt habe, dass ich jetzt das bin und so nach relativ cool reagiert.

00:21:56: Und die war eigentlich froh, dass sich nicht mit einem Mann zusammen, wenn sie fand Männer irgendwie schädlich für mich.

00:22:02: Warum fanden sie das?

00:22:03: Ja, sie fand das meine schöne Konzentration auf meinen Beruf.

00:22:08: Dass die ablenkend sind.

00:22:09: und die hat sich gesagt immer ne, lasst das Mann und mach mal deine Sachen.

00:22:14: ja ich bin ja auch leicht.

00:22:16: natürlich da war schon was dran.

00:22:20: aber Jedenfalls war die Familie nicht so der Angstgeger, dazu war ich zu alt.

00:22:26: Das ist was anderes, ob man in der Pubertät das Coming-out hat und deswegen ... Ich hab mich ja auch später gewundert, dass ausgerechnet ich dann immer in den Talkshows, als die ich gar nicht lesbisch in der Puppetät sozialisiert bin Und die Lesbenvertreten habe, also uns lesben Vertreter, hätten doch die machen können, die von Anfang an schon wussten, seit sie vierzehn sind oder noch jünger schon wusste.

00:22:50: Und dann habe ich mir überlegt, nein.

00:22:51: Ich kann es machen weil ich eben diese Erfahrung nicht gemacht habe.

00:22:55: Diese Erfahrung von ich bin anders als man sein darf das macht ein Jahr.

00:23:01: Das macht einem ja totale Angst und macht einen auch verklemmt und denkt ich muss es sich da einfach nicht zeigen und ich versuche jetzt mal unerkannt durchzukommen.

00:23:10: Diese Phase hatte ich ja nicht.

00:23:14: linke Studentin, ich bin wie so eine Bürgerrechtlerin dann mit Ende dreißig oder Anfangsvierzig in diese Sache reingegangen und hab gedacht so.

00:23:20: Ich bin es jetzt und das kann ich auch gut dafür sozusagen werben oder dafür stehen weil ja auch weil ich diese Ängste nicht mehr hatte wie ein junger Mensch.

00:23:32: Und dieser Ängst auf der Büro Moment mal.

00:23:35: ganz kurz, Sie haben gerade Uni gesagt und Werbung.

00:23:37: Das ist hier keine bezahlte Werbung.

00:23:39: einmal ein großes Dankeschön an die Universität Hamburg dass wir hier so einen ganz tollen Podcaststudio sitzen dürfen.

00:23:45: ich habe hier studiert sie haben ja auch studiert in Tübing.

00:23:48: also wir fühlen uns hier im ganz netten wissenschaftlichen

00:23:51: Umfeld.

00:23:51: Wir sind auch hochwissenschaftlich, wir sind sachlich und wissenschaftlich Und unterhaltsam, das schließt sich ja nicht aus.

00:23:59: Ja da komm ich später noch, deswegen fand ich damals schon oh Gott Herr Farra so toll weil sie nicht nur eine brillante Schauspielerin waren sondern auch unglaublich Unterhaltsamm dabei.

00:24:07: aber diese berufliche Angst die Sie hatten hat sich dann ja leider bewahrheitet.

00:24:13: Ich habe es in einem ihrer Podcasts oder Gespräche gehört.

00:24:15: sie waren dann eine Persona non grata.

00:24:19: Was ist passiert?

00:24:19: Bei meinem alten Sender, die waren not amused als ich mich geoutet habe bei der ARD.

00:24:25: Ich war ja eine klassische ARD-Person.

00:24:31: Die fanden eben dass das abträglich ist für die breiten Wirkung von mir ans Schauspielerin und sie waren irgendwie sauer.

00:24:42: Sie fanden es nicht gut.

00:24:47: Also ich hab mich ja geaut, als ich die Sendung Nachtschwester Kräumann gemacht habe.

00:24:50: Das war ja die erste Satir-Sendung von einer Frau.

00:24:52: Das waren aber am Anfang drei Sendungen pro Jahr oder so.

00:24:55: das war minimal.

00:24:56: Aber immerhin ... Ich wusste davon kann... So komme ich auch durchs Jahr mit diesen drei Senden und komme ich durchs Ja.

00:25:02: Aber ich kriegte als Schauspielerin, die ich ja auch war nicht als Kabarettist, sondern Schauspieler einfach keine Angebote mehr In dem Fall von der ID oder öffentlich-rechtlichen überhaupt.

00:25:12: Hat man Ihnen das irgendwie gesagt?

00:25:14: Nein!

00:25:14: Wie kann man sich das vorstellen, weil Sie sagen, Sie sind dann ... Man war not amused.

00:25:19: Wie haben Sie das denn mitbekommen?

00:25:21: Ich hab schon von meiner Redaktion, weil Nachschwester Kräumann die Empörung gehört.

00:25:27: Der an Sicht tolle Unterhaltungschef kriegt da glaube ich von oben schwer eins aufs Dach, dass ich das gemacht hatte und Ich habe es daran gemerkt, dass ich denen einfach nicht mehr eingefallen bin bei der Besetzung von Rollen.

00:25:40: Ich hatte ja zwei sehr erfolgreiche Sendungen, Serien.

00:25:43: da hätte man gesagt das geht weiter.

00:25:45: Das war sozusagen am Beginn einer schönen Protagonistin-Karriere beider Alte hier.

00:25:50: aber das versiegte dann und Von einigen Autoren zum Beispiel dem Felix Hube, der auch Roger Tapfara geschrieben hat mit dem ich mich gut verstand.

00:25:59: Da konnte ich gut meine Ideen einbringen.

00:26:01: Der war sehr offen.

00:26:02: das war toll.

00:26:03: Er hat mir dann hinterher gesagt er hätte bei mehreren anderen Projekten mich vorgeschlagen und dann ging eben sofort der Daumen runter.

00:26:10: die wollten mich nicht mehr haben in zwar zwanzig Jahre lang.

00:26:12: es gab eine Redakteur das war Liane Jessen beim HR.

00:26:16: Die hatten wir trotzdem irgendwann eine heterosexuelle Hauptrolle anvertraut und dann noch mal eine Nebenrolle.

00:26:23: So die war mutig, die hat sich da nicht drum geschert.

00:26:25: aber im Prinzip war ich zwanzig Jahre lang bei bei öffentlich-rechtlichen nicht mehr vorhanden und weil... Ich bin dann zur RTL gegangen, weil die eine schöne Rolle hatten in der Comedy Serie mein Leben und ich.

00:26:39: Da spielte ich zwar heterosextuell Aber Comedy das war nicht was.

00:26:43: Also die Romantik-Comedy, wo man das glauben muss.

00:26:46: Nicht

00:26:46: so richtig?

00:26:47: Nichts

00:26:47: so richtig!

00:26:47: Da haben wir uns lustig drüber gemacht wie die noch immer Sex haben will.

00:26:52: Das war nicht dass man etwas glauben musste, dass man ihr glauben musste... ...dass sie wirklich in diesen Mann jetzt verliebt ist mit Robert Azzon.

00:27:01: Das war richtig.

00:27:02: in der erotische Beziehung und auch bei Vera Weskamp hatte ich einen männlichen Freund.

00:27:06: Und das war sozusagen, das Fach was ich gut konnte, Mütter, heterosexuelle Müttern mit genannt spielen so.

00:27:12: Es gab überhaupt keinen sachlichen Grund warum mich das nicht mehr spielen sollte oder nicht mehr können sollte.

00:27:17: Das war reines Vorurteil.

00:27:20: Ist mir wirklich in Erinnerung, ich hab das eingangs gesagt.

00:27:22: Dass ich die ... Das Glück hatte sie in Hamburg hier zu interviewen auf Tideleaf.

00:27:26: Ich glaub es war ein schönes Format rund um die Lesbischen Filmtage und nicht mehr damals.

00:27:33: Es muss ja in der Zeit gewesen sein und da kommen wir nämlich gleich noch drauf was nach zwanzig Jahren alles passiert ist dass sie gar nicht da waren für mich im Fernsehen weil ich fand sie als Kind toll.

00:27:42: Ich weiß nicht ob ihr die das jetzt hört auch nachvollziehen können Kind oft so jemand toll findet und das waren sie für mich.

00:27:53: Ich möchte noch mal auf dieses Coming-out gehen, noch ein kleines Momentchen da verweilen und sie haben gesagt es wurde ihnen nicht gesagt.

00:28:01: Nein

00:28:02: die werden ja ... Sie wussten ja dass ihr schön blöd sind wenn sie einen Grund angeben.

00:28:05: So.

00:28:05: Sie wollen sich ja nicht als unaufgeklärt hinstellen?

00:28:08: Haben

00:28:08: sie denn sonst in ihrem?

00:28:10: Weil hier in diesem Wellcoming Out Podcast gibt geht das ja auch viel um das eigene Coming out eben beruflich privat.

00:28:17: Haben sie dann in dieser Zeit jemals eine richtige Ausgrenzung erlebt, eine Diskriminierungserfahrung gemacht in dieser Zeit.

00:28:27: Also in dem Maße wo man ja Prominentes und das macht ist man in gewisser Weise geschützt vor direkter Diskriminierung weil alle die ein Diskriminieren wollen wissen ja sie diskriminieren.

00:28:39: jetzt eine die es tapfer öffentlich gesagt hat so die Diskriminierungen lag darin wie mein coming out zum Beispiel in two ninety drei neunzig ... wie das behandelt wurde, zum Beispiel von Fernseh-Kritikerinnen oder so.

00:28:53: Wo es sehr abfällig behandelt würde und gesagt wurde ja die hat ja... Die will sich nur wichtig machen.

00:29:00: Der eine schrieb, wieso wen interessiert, dass Privatleben einer Frau Kräumann einen Gentleman genießt und schweigt?

00:29:08: War zum Beispiel ein Kommentar.

00:29:10: Ach was!

00:29:10: Solche Kommentare also hämmische, abfählige Kommentare über das Coming Out selber.

00:29:16: Ja

00:29:16: Also so wie sie heute auch bei Act Out damals vor vier Jahren oder wann das war.

00:29:21: Da wurde ja auch gesagt, dass sind diese hundertfünfundachzig homosexuellen Schauspieler die wollen sich alle nur wichtig machen.

00:29:26: oder immer wenn sie jemand geoutet hat kam sofort das Argument da ist jemand der will sich nur wichtigmachen.

00:29:30: Das macht keiner um sich wichtig zu machen denn man es ist nicht klar ob man nicht Nachteile davon hat.

00:29:35: so und wenn ich davon Vorteile gehabt hätte hätte ich's auch gemerkt hatte ich aber nicht.

00:29:40: also diese Diskriminierung war deutlich in dem über mein Coming-Out sprechen Und das war zum Beispiel ein großer Unterschied.

00:29:49: Rosa von Braunheim, der jetzt leider gestorben ist vor einem halben Jahr.

00:29:56: Ich muss immer so ein bisschen schlucken wenn ich über ihn rede weil ich wirklich sehr mochte und es ihnen ganz toll fand.

00:30:03: Der hat ja... Damals Hape, Kerkeling und Biolog geoutet.

00:30:08: Das hat weder Hape noch Biolog wirklich geschadet.

00:30:11: Geschadet hat es Rosa.

00:30:13: Rosa war die Person anongrater.

00:30:14: Rosa wurde gehasst weil er es gesagt hat Es ist immer die Böse, die es thematisiert wenn es heimlich bleibt.

00:30:23: Und der Hetero, der klassische Hetero kann über den Kopf streicheln Du, Arme schwule Sau du arme Tapferlesbe ich sag's nicht weiter.

00:30:31: Ich halte zu dir der kann sich schön tolerant zeigen.

00:30:34: aber wenn wir selber es sagen und dieses Selbstbewusste auftreten mit der Forderung verbinden akzeptiert uns Last und so sein wie wir sind Und Es ist eine Selbstverständlichkeit dass wir das sein dürfen Das ist ein Menschenrecht so zu sein wie Wir sind.

00:30:50: das wird dann heikel und deswegen wurde rosa viel mehr gehasst als habe Alfred.

00:30:57: Und ich war eben auch eine, die es selber gesagt hat und in dem Maße wo ich selber gesagt habe traf mich der Hass.

00:31:04: Und wenn wir jetzt mal auf das blicken für was diese Initiative hier welcoming out steht ja das umfeld wo das Umfeld ja den im sofern den Schritt macht und sich verbündet zeigt wenn sie zurückblicken an ihr eigenes coming-out?

00:31:19: Was hätte ihnen da geholfen.

00:31:23: Also es hat mir geholfen, dass ich diese schwulen Freunde hatte die das gemacht haben.

00:31:28: Das habe ich ja gesehen, das hat mir in mir den Wunsch geweckt.

00:31:31: wenn ich also angenommen das würde mir passieren, dass sie mich gleichgeschlechtlich verliebe möchte ich auch so tapfer sein.

00:31:36: und Es hat mir Geholfen dass es heller gab.

00:31:39: Heller von Sinn war die einzige erkennbare Lesbe im In der Öffentlichkeit eigentlich also zumindest im Show Business aber vor allem Ja eigentlich überhaupt in Deutschland.

00:31:51: es gab es gab schon Tolle FDP-Politikerinnen.

00:31:54: So, wenn ich weiter nachdenke, fallen mir schon welche ein.

00:31:56: aber heller war, exponiert und heller waren die ... Heller und Cornelia Schell waren die einzig Sichtbaren.

00:32:02: Und ich hab auch gedacht, ich kann doch... Wenn mir das jetzt so widerfällt und ich eine Frau liebe, ich kanne die nicht einfach im Regen stehen lassen alleine.

00:32:10: Es gibt so und zu viel Lesben, es gibt nur eine von der man's weiß, es kann doch nicht sein, ist doch völlig absurd!

00:32:18: Und es gab noch eine Situation, dass war ... Die Ermordung von dem Siedelmeier.

00:32:24: Ja!

00:32:25: Das war irgendwie Ende der achziger Jahre.

00:32:29: und da hat eine Journalistin, da hab ich in München gedreht nämlich und habe die Münchner Zeitung gelesen, denn wie heißt die Müncher?

00:32:38: Der die Boulevard-Zeitung, die nicht rechts

00:32:40: ist.

00:32:41: Die Abendszeitung oder?

00:32:43: Und da hat Viola Rockenkamp eine feministische Autorin einen Kommentar zu gemacht Offengelegt, wie verlogen das war von allen Leuten.

00:32:51: Die sagten was?

00:32:52: Der war schwul und es waren Strächer der er nahm Mord.

00:32:55: Das hätten wir ja nie gedacht dieser Urbarjuware und so.

00:32:59: Und sie schloss irgendwie mit dem Satz Wir müssen ist selber tun.

00:33:03: Es war das erste Mal dass ich eine Journalistin, eine schreibende Person in der ersten Person über Lesbischseinhab reden hörte.

00:33:10: Das war Viola Röckenkamp die sagte Ich-Wir die sagte Wir müssen es tun und das hat mir diese Artikel weiß ich einfach noch.

00:33:17: Das hat mich so tief beeindruckt, weil ich dachte sie hat recht.

00:33:21: Das hat mir geholfen dass ihr das gesagt habt.

00:33:23: es war ganz klar.

00:33:25: natürlich in meinem umfeld haben Sie nicht begeistert aber das waren sowie leuchttürmel viola rockenkamp und eben heller.

00:33:35: jetzt haben wir ganz viel gesprochen was so schwierig war und so weiter.

00:33:38: aber Wir möchten Frau Kräumann auch euch da draußen und ihnen da draußen auch ein bisschen Mut machen.

00:33:45: Und sagen, wenn ihr vielleicht überlegt ich muss es sagen erzählen sie uns doch mal vielleicht so eine ganz schöne Geschichte die Sie erinnern werden sich an Ihr Coming Out zurück erinneren was war toll?

00:33:58: Es kam dann noch viele schöne Geschichten.

00:34:00: es kam Menschen die kommen zum Teil heute noch auf mich zu.

00:34:04: wo's ja über dreißig Jahre her ist das sie dass sie sagen Ich wollte mich noch mal bedanken.

00:34:10: an dem Abend, wo sie dann bei Biolek waren und das erzählt haben habe ich es meiner Mutter erzählt oder so.

00:34:15: Ich habe ganz viel, ganz schöne Erfahrungen gemacht dass fast auch das Leben von Menschen verändert hat.

00:34:24: Dass ich das gemacht habe und viele da kommen wir wieder in die Vorurteile rein vielen war heller.

00:34:29: zu einer Anführungszeichen-Schrille.

00:34:31: Ich finde großartig, wofür sich etwas

00:34:35: gemacht hat.

00:34:37: Heller von Sinn ist der Hammer!

00:34:39: Ein dreifaches Denkmal.

00:34:41: Erste Lesbe, erste witzige Frau und erste nicht dünne Frau im Fernsehen die Erfolg hatte.

00:34:48: Und die ist so originell aus sich selber heraus und die hat so viel für uns gemacht.

00:34:52: Wie lange hat das gedauert bis sie Feedback bekam?

00:34:56: Am Anfang war so eine Schockstarre, weil ich ja keine Wähler in der etablierte bekannte Feministin war.

00:35:01: Also in der Frauenbewegung und ich war halt ne Studentin die irgendwie versuchte irgendwie über Frauen zu forschen, aber da kannte mich ja niemand.

00:35:10: Und in der Schwulenbewegungen oder das war ja damals mehr Schwulen-Bewegungen.

00:35:15: Die letzten Bewegungen entstand dann erst ... war ich völlig unbekannt und die dachten, wieso ist da eine?

00:35:22: Die kennen wir gar nicht.

00:35:23: Das dauerte eine Weile bis die... Es war so ein Hä?

00:35:28: Das dauert eine weile bis den klar wurde was sich da gemacht hat und dann waren die aber sehr würdigen.

00:35:32: Ich habe auch Preise gekriegt.

00:35:33: Rosa Courage-Preis in Osnabrück das ist der älteste schwuläspische Preis, den es gibt.

00:35:41: sehr berührt und geirrt.

00:35:43: Das dauerte ein bisschen, aber dann kam es wirklich mit Macht und war einfach ein tolles Gefühl.

00:35:48: Es hat mich auch entschädigt für diese Karriere-Delle.

00:35:53: Die fand ich gar nicht mehr so schlimm.

00:35:54: Ich bin ja weiterhin im Beruf tätig gewesen.

00:35:56: Es waren ein bisschen andere Rollen klar.

00:35:59: Aber ich habe mich gehalten und hab weitergemacht... So muss man eben weitermachen!

00:36:06: Das ging schon.

00:36:07: Diese Unterstützung aus der Community und von lebenden Menschen, die mich ansprachen.

00:36:12: Das hat mir wahnsinnig geholfen.

00:36:14: Und es hat auch mein Renommee komischerweise verstärkt.

00:36:17: am Anfang war diese Hähme.

00:36:19: Und dann nach ein paar Jahren wicht diese Häme einem Respekt dass sie dann sagten ja damals war's ja noch wirklich mutig und so ist heute immer noch mutig.

00:36:30: aber da kam auf einmal eine Anerkennung dafür.

00:36:38: Und deswegen möchte ich auch eigentlich allen sagen, die in der Lage sind oder in der Situation sind wo sie fragen kann nichts machen.

00:36:45: Oder nicht?

00:36:46: es stärkt euch ihr seid nicht mehr erpressbar Ihr seid nicht verhuscht ihr seid mich verlogen.

00:36:52: Nicht zu lügen ist gut für die Seele und Es tut einem selber gut selbst wenn man vielleicht paar leute verliert oder ein paar Wenn ich an meinen Beruf denke, paar Zuschauer innen oder wenn ich Bücher schreibe.

00:37:08: vielleicht kaufen die ein paar Leute weniger.

00:37:11: Aber dafür gibt es andere, die es sehr schätzen und vielleicht sind die noch wichtiger als die, die einen jetzt wissen.

00:37:21: Ich liebe Jingle Und hier ist sie heute wieder Hendricks Namba.

00:37:30: Die ist gar nicht so toll Frau Kräumann Denn verzehnfacht.

00:37:34: Die Zahl der Straftaten im Bereich sexuelle Orientierung und geschlechtsbezogene Diversität hat sich seit Jahrzehnten nahezu verzehnfach, das sagt der Lagebericht zur Sicherheit von LSBTIQ vom Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern.

00:37:52: Und dazu gibt es noch so eine Dunkelfeldstudie, A Long Way to go for LGBTI Equality der europäischen Agentur für Grundrechte von im Jahr ist.

00:38:01: Die sagt nämlich nur, das sagt das neunzig Prozent!

00:38:05: Der LSBTIQ Hate Speech und sieben, achtzig Prozent körperlichen und sexuellen Übergriffe gar nicht erst anzeigen.

00:38:12: Weil Sie denken ... Ach das war zu gering!

00:38:16: Und nicht ernst genug dass sagen, dreinigundessig Prozent.

00:38:18: oder hatten auch selber Angst vor Homo- oder Transphobenreaktionen der Polizei?

00:38:23: Das sagen immer in den dreinundessich Prozent.

00:38:25: Frau Krömmmann was machen diese Zahlen mit Ihnen emotional?

00:38:28: Diverse Wirken, dass ich weitermache und dass sich sage wir müssen nach wie vor und vielleicht noch mehr als in den letzten Jahren uns zeigen.

00:38:37: Und uns mit Stolz zeigen, nicht weil wir denken, wir sind etwas Besseres sondern weil wir danken.

00:38:44: wir sind ein wichtiger Teil dieser Gesellschaft und wir lassen uns nicht runter machen kleinmachen verletzen angreifen und es stärkt auch mein Wunsch solidarisch zu sein mit allen anderen LGBT Menschen also welche Ausprägung ihrer Identität auch hat.

00:39:03: Man könnte ja jetzt sagen, bei diesen Zahlen und auch wenn man sich so das politische Umfeld anschaut großer Rechtsrück in der Gesellschaft steigende Quielkriminalität.

00:39:11: ich selber stehe an einer Comedyrolle auf der Bühne und habe auch im letzten Jahr wirklich extreme Hasskommentare und auch Morddrohungen bekommen.

00:39:19: Man könnt ja jetzt Sagen Frau Kräumann Sie haben solange gekämpft alle haben so lange gekäpft.

00:39:27: ist er kann verloren?

00:39:28: Nein Natürlich, es ist doch bei allen Kämpfen meiner Frau.

00:39:31: Ich habe es in der Frauenbewegung auch gelernt man macht zwei Schritte vor und einen Schritt zurück.

00:39:36: so in der LGBTQ Bewegung haben wir jetzt drei Schritte Vor- und vielleicht machen wir gerade drei Schritten zurück.

00:39:42: das heißt nicht dass es umsonst zwar was wir gemacht haben sondern dass wir weiter durchhalten müssen.

00:39:46: Es gibt immer diese Gegenbewegungen Und zwar dann wenn es gerade Wenn man den Eindruck hat da ist eine Stärke am wachsen sowohl bei der Frauen bewegen als auch bei der LGBTQ Community, ist eine Selbstverständlichkeit da.

00:40:02: Und das ärgert dann viele.

00:40:04: und da gibt es jetzt hier mit Trump und dieser ganzen Entwicklung weg von Diversity... Da gibt es viele bei uns die heimlich auch die ganze Zeit schon gesagt haben, da ein bisschen vieles ist mehr schon mit dieser Diversity und da muss man jetzt schwul sein wenn man Bürgermeister sein will oder einen Grand Prix in eure Visionen Eurovision Kontext-Konteste auftreten oder so.

00:40:29: Es gibt ja welche, die sozusagen zähneknirschend politisch korrekt waren weil man es nicht mehr gut kommt wenn man sagt und die sich jetzt durch dieses ganze Trump gehabt haben und das Gefolge was er auch in Europa hat ermutigt fühlen zu sagen ne jetzt ist mach Schluss und jetzt wollen wir wieder normale Bio-Deutsche sein.

00:40:51: Und er forderte das dann auch Mut, weil ich habe mir das angeschaut.

00:40:54: Sie haben in den Jahr three ninety sich als lesbisch geoutet oder geoutete und hatten dann diesen diese zwanzig Jahre praktisch.

00:41:03: Ich sage dass man so ein bisschen weg vom Fenster haben.

00:41:05: sie selber sagt nicht so richtig war.

00:41:06: sie konnten weiter arbeiten es gab natürlich nur ordentliche Delle und eine Reaktion und dann aber zwanzig noch mal mitgemacht bei der Initiative Act Out.

00:41:15: Da haben sich zur Erklärung... ...hundertfünftachzig, lesbische Schule, bisexuelle Quiere,... ...nichtbinäre, Transschauspielerinnen öffentlich geoutet.

00:41:25: Das war glaube ich in der Süddeutschen Magazin um mehr Anerkennung im Theater-, Film-, Fernsehen zu fordern.

00:41:33: Warum nochmal das Risiko eingehen?

00:41:36: Das war kein Risiko.

00:41:36: Ich war ja seit dreißig Jahren schon out, es war eine Solidaritätsunterstützung.

00:41:41: ich habe da mitgemacht weil ich dachte wie super damals war.

00:41:44: ich alleine musste das mit mir ausmachen oder einigen Freunden.

00:41:47: jetzt sind die hundert und achtzig.

00:41:48: dass ist eine Bewegung kann man sagen das ist großartig.

00:41:51: dann müssen wir hin und ich fand auch gut diese öffnung hin zu trans zur intersexuellen zu anderen sexuellen identitäten das fand ich hochpolitisch und sehr modern wiederes gefasst haben und ich wollte einfach Ich wollte diese Bewegung dann unterstützen.

00:42:06: Ich fand das toll, es hat Karolin Ehmke ja moderiert als Journalistin ganz großartig und ich fand die, die das so durchgefochten haben – also das war ja eine ganze Gruppe, Giza aber die Karen Anczewski, Eva Macbacher da waren, die kannte ich auch.

00:42:23: Ich schätze die einfach unglaublich für das, was sie da hingekriegt haben.

00:42:29: Und da wollte ich dabei

00:42:30: sein.".

00:42:31: Was hat das denn für Sie vielleicht für eine Kraft und Stärke?

00:42:34: Wenn jetzt queere Menschen Filme schauen ... ... und sehen eben Sie oder die Personen, die dort mitgemacht haben... Das ist ja dann öffentlich auch auf Schwarz auf Weiß bekannt.

00:42:45: Die sehen dann eben auch queere Schauspieler innen Rollenspiel.

00:42:48: Was denken Sie?

00:42:51: Was macht das mit queeren Menschen?

00:42:53: Diese Filme sehen.

00:42:56: Es gibt den Vertrauen, es gibt ihnen das Gefühl wir sind richtig, wir sind genauso richtig wie alle anderen.

00:43:03: Wir können diesen Beruf machen, jeden Beruf machen aber auch diesen Beruf und wir können selbstverständlich auch Heteros spielen.

00:43:11: Jeder kann im Prinzip alles spielen.

00:43:16: Gut da kommen wir in die Frage Zum Beispiel bei trans, sollte man nicht trans Menschen trans rollen.

00:43:20: Das ist wieder ein eigenes Thema.

00:43:23: Spannende Diskussionen

00:43:23: auf jeden Fall.

00:43:24: Das finde ich schon auch aber im Prinzip ging mein Kampf ja dahin dass sich weiter auch.

00:43:31: Also ich hab mir eine Frau verliebt und ich will weiter natürlich Hetero-Rollen spielen können, weil ich das gut kann.

00:43:37: Ich würde selbstverständlich auch lesbische Rollen spielen aber da hatte ich ja sozusagen meine Karriere begonnen und das wollte ich natürlich wieder machen können und es dauerte dann eben zwanzig Jahre bis ich das wieder kann.

00:43:46: Kann

00:43:46: ich da so ein bisschen Hoffnung nach Oh Gott Herr Fahrer zweischöpfe?

00:43:51: Robert Arzon hat schon gesagt vor ein paar Jahren dass er nicht mehr dreht.

00:43:54: Schade!

00:43:55: Der hört sich aus dem Business zurück.

00:43:56: Ja

00:43:56: ich springe einen, Frau Kreuner Aber weil sie gerade so lachen und das dafür sind es ja auch bekannt jetzt, grade ganz aktuell mit Kräumern in der ID.

00:44:06: Jeder, der das nicht kennt hat verpasst was von seinem Leben.

00:44:10: Das heißt, da arbeiten Sie mit Humor!

00:44:12: Mit ganz viel Humor, mit auch spitzer Zunge aber vor allen Dingen immer mit Humour.

00:44:17: Und ich hab mich gefragt... Es gibt eben diese große Gruppe von queerfeindlichen Menschen da draußen Und sie haben mal gesagt, Sie möchten Entertainment machen damit die Leute auch was begreifen.

00:44:30: Wie kann man denn Menschen, die queerfeindlich sind?

00:44:33: Wie kann mit Humor irgendwas erklären?

00:44:38: Zum Lachen bringen!

00:44:40: Die lachen vielleicht... gegen ihren eigenen Impuls.

00:44:43: Die sehen, was ich jetzt gelacht oder so und das ist auch nicht pädagogisch ist dass es nicht eine Kunst ist oder wie Kunst will ich's gar nicht nennen wenn der Unterhaltungsfacharbeiterin, dass man irgendwie ne Arbeit macht die Also nicht erkennbar sozusagen die Erhaltung so vor sich herträgt, dass man sagt das ist didaktisch, das ist pädagogisch.

00:45:04: Ah, das will die jetzt?

00:45:05: Die ist für das Gute, die ist politisch korrekt.

00:45:08: Das ja nicht!

00:45:09: Das wieder steht auf dem Humor.

00:45:11: Ich habe auch oft Frauen kritische Sketche oder Situationen wo ich mich über bestimmte Arten selbst von Feministinnen lustig mache und das ist glaube ich eine Öffnung für die Leute, die nicht nur so denken wie man selber.

00:45:28: und da hat Humor die Chance andere Menschen noch zu sich zu erschließen wenn es eben nicht zu didaktisch ist.

00:45:38: Und zu erkennbar, ah die ist jetzt linksgrün.

00:45:43: Sondern auf einmal mache ich sie Selbstkritik, die ich ja genauso wichtig ist.

00:45:50: Ich beobachte in meinen Kreisen oder die Gruppen zu denen... ...ich gehöre alte feministische Lesben, die vegetarisch sind oder so.

00:45:59: Da gibt es ja auch parodiewürdige Dinge und da kann ich ganz genau hinkucken.

00:46:04: Das kenne ich ja sehr gut.

00:46:05: Und ich bin immer ein Fender von den Sachen zu parodieren oder aufzuarbeiten, die man selber gut kennt.

00:46:12: Und das öffnet!

00:46:13: Gibt es eine aktuelle oder gibt's überhaupt ne Kräumanfolge, die sich mit dem Thema Coming Out beschäftigt?

00:46:19: Ja.

00:46:20: In der in nicht Folge also erst mal ich habe eine... ... eine Sendung gemacht, die wir, wo wir es kaum thematisiert haben.

00:46:28: Nicht thematisiert haben außer im Schlusslied... ...wo wir nur LGBT IQ-Menschen besetzt haben.

00:46:34: So und dieser unter dem Schluss kamen Coming Out-Lead das hieß irgendwie kurzsichtig.

00:46:40: ich hatte immer dieses Bild von Kurzsichtigkeit.

00:46:43: Das ist aus meiner Bühne Show in Massachusetts.

00:46:45: da gibt's einen Sketch also ein Monologue der heißt Lesben und Kurzsichtigkeit.

00:46:48: so kurzsichtlich war immer das Das Bild für Lesbisch sein.

00:46:53: Und in dieser Folge, wo das das Coming-Out-Lied sozusagen am Schluss war wurden nur LGBTIQ Leute besetzt einfach aus Prinzip um mal zu zeigen es gibt uns wir können alles.

00:47:06: und es gab das will ich nicht verhehlen in der Vorbereitung Bedenken also jetzt nicht von meiner Produktionsfirma.

00:47:13: aber Gibt es denn so viele gute schwule und lesbische Schauspieler, dass er eine ganze Sendung nur mit denen machen könnte?

00:47:22: Das war schon die erste Hürde.

00:47:24: Und wir haben immer mal wieder coming out thematisiert.

00:47:30: Wir hatten nicht in dieser Sendung sondern in einer anderen Sendung hatten wir die Situation Dass es eine Agentur gibt, wo Homosexuelle beiderlei Geschlechts sich treffen und sich kennenlernen.

00:47:42: Und dann vorspielen das sie hetero sind.

00:47:45: Das habe ich mit Jan-Josef Liefers gespielt.

00:47:48: Weil ich weiß dass der Welcoming Out Podcast eine Hammer Redaktion hat packen wir euch den Link zu der Folge mit dem Song mal hier in die Beschreibung.

00:48:01: Es geht einerseits hier ums Coming Out, aber ich hab mir eine Rubrik ausgedacht.

00:48:05: Die heißt Maren Kräumann's Nicht Coming Out und ganz bewusst nichts ... Sie hatten das auch gesagt, um Gottes will nicht sexuelles.

00:48:12: Aber ich habe sie gebeten sich zu überlegen uns irgendein Geheimnis mitzuteilen.

00:48:18: Irgend ein Laster was sie vielleicht nur komisch finden, aber wir alle denken es doch super.

00:48:27: Was hat Maren Kreumann uns mitgebracht heute?

00:48:30: Also Laster weiß ich nicht, aber Ich hab ja schon jetzt mehrfach vom vom Essen gerideten, dass mir die Spucke im Mund zusammenläuft.

00:48:40: Ich bin richtig verfressen und ich esse auch gern viel.

00:48:43: also ich esse gerne gut aber ich bin total beruhigt wenn viel da ist und wenn in der Speise kam Viel steht und wenn im Kühlschrank viel steht.

00:48:55: Und wenn vor allem auf dem Tisch viel steht, ist wahrscheinlich die Sozialisation als Kind aus kinderreicher Familie oder meine jahrelang erzehntelange WG Erfahrung.

00:49:04: jedenfalls ist das für mich total beruhigend.

00:49:07: und möchte hinzufügen ich bin bestechlich.

00:49:10: manche denken ich bin so eine moralische Person Ich bin total bestechlig und zwar dann wenn jemand schön für mich kocht

00:49:17: muss sich merken

00:49:18: Ja, ich weiß.

00:49:19: Wo wir uns noch mal wieder treffen!

00:49:21: Wer weiß?

00:49:22: Aber wozu wollen Sie mich bestechnen?

00:49:24: Ich war ja schon hier.

00:49:25: Eben.

00:49:26: Ne, für Gott sei Pfarrer zwei.

00:49:28: Ach

00:49:28: so, wenn das in meiner Hand lädt... Ja,

00:49:31: eben ganz genau.

00:49:32: Okay aber da müssen sie uns noch irgendwie ein bisschen genauer.

00:49:36: was ist denn so ihr aktuelles Lieblingsgericht?

00:49:40: Wenn Sie schon vom Essen reden

00:49:41: ... vegetarisch überwiegend, aber ich nenne mich nicht Vegetarierin.

00:49:47: Weil ja dann alle sagen wenn ich zweimal im Jahr doch Lust auf eine Currywurst habe was der Fall ist, dann darfst du aber auch nicht... Wenn Du Vegetarien bist, darfst Du aber auch Nicht die Currywürste.

00:49:56: Deswegen sage ich Ich bin Gemüsefreundin.

00:49:58: Das finde

00:50:00: ich auch ein positives Wort und das schließt nicht aus dass sich denn auch mal so alles was meine Mutter früher als ich Kind war gekocht hat.

00:50:07: da bin ich auch Seitewurstler in Kartoffelsalat.

00:50:11: Seidewurstle muss auch aus.

00:50:14: Positiv war das Stichwort, so ein bisschen rausgehen hier aus der heutigen Podcast-Folge denn von der Körrelwurst zum über die Gemüse.

00:50:23: nochmal ganz kurz zum Thema dieses Podcasts sie haben ja im Vorgespräch gesagt was auch schon so nett war das hätte man auch schon mitschneiden können dass Sie in die gesamte Diskussion und das passt wunderbar zur Initiative Where Coming Out auch die heterosexuelle Welt mit einbeziehen möchten.

00:50:40: Inwieweit?

00:50:42: Mir kam der Gedanke als Julia Klöckner dagegen war, dass die homosexuelle Fahne gehisst wird.

00:50:48: Ich finde man kann als heterosexueller Mensch sehr gut die Solidarität ausdrücken mit Menschen, die nicht ihre Sexualität haben und die diskriminiert werden.

00:50:58: Man kann sich neben die Stellen uns sagen... Hier bin ich auf eurer Seite.

00:51:03: So, das können auch heterosexuelle machen und dazu möchte ich gerne aufrufen!

00:51:07: Das ist nicht nur dass wir für uns kämpfen müssen sondern man kann... Man nennt es Solidarität.

00:51:14: Man kann es auch Welcoming Out nennen?

00:51:15: Ja.

00:51:17: Zwei Fragen zwei schnelle Antworten bekommen wir dann bevor wir dann zur lustigen Entrubrik kommen.

00:51:25: ihre also Einsatz am besten ihre Botschaft an queere Menschen.

00:51:30: Geht's in einem Satz?

00:51:31: Seid ihr selbst und steht dazu, zeigt euch.

00:51:34: Auf dem Punkt!

00:51:36: Ihre Botschaft an heterosexuelles Traite-Menschen?

00:51:41: Seit auch was ihr seid aber seit offen dafür dass andere anders sind die genauso viel wert sind wie ihr selber.

00:51:48: Und hier kommt da wieder unser Wellcoming Out-Jingle Und damit sind wir bei der, ich könnte jetzt gerne noch so acht Stunden mit ihm plaudern.

00:52:04: Und zwar Sätze beenden heute mit Maren Kräumann die sie nicht kennen.

00:52:08: das ist ganz wichtig wenn man es ein bisschen vorbesprochen aber solche Antworten müssen spontan sein.

00:52:13: sind Sie bereit?

00:52:14: Ja!

00:52:15: Mein bestes Argument gegen Queerfeindlichkeit ist...

00:52:19: ...die vielen queeren tollen Künstlerinnen und Künstlern dieses gibt deren Bücher leben, deren Filme wer lieben.

00:52:28: Ein persönliches Coming-Out ist wichtig, weil

00:52:32: es mich zu einem freieren Menschen macht.

00:52:35: Die Person die mir am meisten bei meinem Coming Out geholfen hat war oder ist?

00:52:42: Habe ich ja einige genannt?

00:52:44: aber ich möchte jetzt noch mal als Freund einfach Matthias Frings nennen der so ein Vorbild ist mit dem was er aus seiner Kündigung gemacht hat.

00:52:52: dass er da einfach Produzent wurde ist jetzt inzwischen Autor und Am Anfang stand einfach, dass er Verbruchsverbot kriegt, weil er angeblich zu schwul klingt.

00:53:03: Heterosexuelle und queere Menschen haben gemeinsam...

00:53:06: Dass sie Menschen sind!

00:53:08: Frau Kräumann das einen schöneren Abschluss kann es gar nicht geben.

00:53:11: also vielen vielen dank an Maren Kräuman.

00:53:15: schaut nicht nur Schauspielerin sondern Kavaratistin noch Sängerin im tollen Live-Programm auf der Bühne.

00:53:21: viel vielen Dank dass sie sich Zeit genommen haben.

00:53:24: Ich lade euch alle ein, die das hört zu eurem eigenen Wellcoming Out.

00:53:29: Teilt diese Folge, teilt auch das Symbol von Wellcoming out und ich hab irgendwie hier mit notiert so einen letzten Satz Frau Kräumann.

00:53:38: Haben Sie einen für uns?

00:53:39: Das war ja schon eigentlich einer?

00:53:41: ne?

00:53:43: Es war einer

00:53:44: aber... Dann lassen wir es!

00:53:46: Danke!

00:53:47: Ich danke Ihnen!

00:53:48: Auf

00:53:48: bald.

00:53:48: oh Gott Herr Farra!

00:53:49: Teil zwei!

00:53:51: Danke Ihnen.

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